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Venenverweilkanülen, auch periphere Venenverweilkanüle (pVK) genannt, bieten die einfachste Möglichkeit einen intravenösen Zugang für eine Infusionstherapie zu schaffen. Komplikationen wie Phlebiten, Infektionen oder Thrombosen erfordern häufig einen Wechsel des Zugangs bereits nach wenigen Tagen. Gibt es daher Alternativen zu pVKs mit geringeren Komplikationsraten und längerer Verweildauer?

Adams et al. behandeln in ihrem Review „The Midline catheter: A clinical review“ die Thematik, ob der Midline-Katheter in Bezug auf Indikation, Komplikation und Kosten eine Alternative zur herkömmlichen pVK darstellt. In ihrem Review werden die Vorteile eines Midline-Katheters einer pVK gegenübergestellt [1]:

MerkmalMidlinepVK
Katheterbedingte Blutstrominfektion (Catheter related blood stream infections = CRBSI)0,2/1000 Kathetertage0,5/1000 Kathetertage
Auftreten einer Thrombophlebitis<11%27-70%
Mittlere Verweildauer des Katheters7,69-16,4 Tage2,9-4,1 Tage
Kosten<90$<90$
Tabelle 1: Merkmale von Midline-Katheter und periphere Venenkatheter im Vergleich [1]

In Bezug auf die Komplikationen zeigen sich deutliche Vorteile bei dem Midline-Katheter. Es wird jedoch betont, dass Midline-Katheter nur bei Infusionstherapien eingesetzt werden sollten, bei denen die Medikamenteneigenschaften einen pH-Wert zwischen 5 und 9 haben und eine Osmolarität von 600 mOsm/L nicht überschreitet. Es wird dargelegt, dass der Kathetertyp ab einer Infusionsdauer von 6 Tagen Vorteile in Bezug auf Kosten, Komplikationsrate und Patientenzufriedenheit gegenüber einer pVK bietet [1].

Moureau et al. behandeln in ihrer Studie die Implementierung des Midline-Katheters in zwei Akutkrankenhäusern. Der Midline-Katheter sollte als Alternative zu pVKs und zentralen Venenkathetern eingesetzt werden. Zentraler Punkt bei der Implementierung in den zwei Krankenhäusern war die Einführung eines „Spezialteams für Gefäßzugänge“ (vascular access specialty team). Das Team wurde intensiv über mehrere Wochen und Monate geschult und entwickelte sich zu einem „Experten-Team“ für die Platzierung von Midline-Kathetern. Durch diese Maßnahme konnte die Infektionsrate bei Midline-Kathetern in beiden Krankenhäusern auf Null reduziert werden. Die generelle CLABSI-Rate (Central line-associated blood stream infections) konnte ebenfalls reduziert werden, da zum einen weniger zentralvenöse Katheter platziert wurden und zum anderen eine verbesserte Versorgungsqualität durch das Experten-Team geschaffen werden konnte, das den  bestmöglichen venösen Zugang für jeden Patienten individuell zum frühestmöglichen Zeitpunkt festlegen konnte [2].

Mit der Thematik der bestmöglichen Katheterauswahl zum frühestmöglichen Zeitpunkt und die Auswirkung auf die CLABSI-Rate, beschäftigten sich auch Hankins et al. In ihrer Studie wurde eine Katheter-Auswahlmatrix implementiert und der Midline-Katheter in das Kathetersortiment mit aufgenommen. Er soll die zeitliche Lücke für Infusionstherapien zwischen 6 und 30 Tagen schließen, die zurzeit nur ungenügend mit pVKs oder zentralen Venenkathetern geschlossen wird [3]. Die eingeführte Auswahlmatrix finden Sie unter folgendem Link:: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/core/lw/2.0/html/tileshop_pmc/tileshop_pmc_inline.html?title=Click%20on%20image%20to%20zoom&p=PMC3&id=6254328_ofidis_ofy210_f0805.jpg

Durch die Einführung der Katheter-Auswahlmatrix und der Sortimentserweiterung mit dem Midline-Katheter konnte die CLABSI-Rate von 1,36/1000 Kathetertage auf 1,12/1000 Kathetertage reduziert werden [3].

Eine gute Zusammenfassung zu der Midline-Katheter-Thematik bietet das nachfolgende Video „Was ist ein Midline-Katheter und welche Vorteile hat er?“

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Als Fazit kann gesagt werden, dass der Einsatz von Midline-Kathetern die Möglichkeiten in der Infusionstherapie erweitert und bei fachgerechter Platzierung eine echte Alternative zu pVKs. Ein zentraler Punkt bei der erfolgreichen Verwendung des Midline-Katheters ist die Etablierung eines „Experten-Teams“ für vaskuläre Zugänge. So kann neben der Verbesserung der Patienten- und Anwenderzufriedenheit auch die Komplikationsrate aller venösen Zugänge reduziert werden [1, 2, 3].

Weitere Informationen zu Midline-Kathetern finden Sie unter: https://www.picc-netzwerk.de/picc-katheter-2/


Autorin: Christina Krampe | Produktmanagerin | Vygon GmbH & Co KG

Literaturverzeichnis

[1] D. Z. Adams, A. Little, V. Charles und S. Khandelwal, „The midline catheter: A clinical review,“ The Journal of Emergency Medicine, Bd. 31, Nr. 3, pp. 252-258, 2016.

[2] N. Moureau, G. Sigl und M. Hill, „How to Establish an Effective Midline Program: A Cas Study of 2 Hospitals,“ The Journal of Associatopn of Vascula Access, Bd. 20, Nr. 3, pp. 179-188, 2015.

[3] R. Hankins, M. E. Ripp, T. Micheels, A. Sy, A. Boesch, K. Hayes, L. Evans und K. Cawcutt, „2098. Evaluation of a Midline Catheter Program and Effect on Central Line-Associated Blood Stream Infections,“ Open Forum Infectious Diseases, Bd. 5, Nr. 1, pp. 614-615, 2018.

[4] Robert Koch Institut, Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen Teil 2 – Periphervenöse Verweilkanülen und arterielle KatheterEmpfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut, Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, 2017.